Wenn ich einmal viel Geld habe…

Der Januar ist eigentlich eine leere, kalte und unangenehme Zeit, aber es ist auch Zeit, sich ungehemmt beim Tanzen auszutoben.
Vom Dreikönigsfest bis zum Aschermittwoch haben wir doch die Saison der jährlich veranstalteten Ballabende, die damals außer des örtlichen Publikums auch oft von illustren Persönlichkeiten gut besucht waren.

Die Tanzmusik wurde von der aus Franz Zimmermann und seinen Freunden bestehenden Band gespielt. Sie verfügten über ein anständig breites Repertoire für allerlei Unterhaltungszwecke.

Zimmermann Ferenc átveszi az Elekért Érdemérmet Pluhár László polgármestertől, 2009. augusztus

Franz Zimmermann bekommt die Für-Elek-Verdienstmedaille vom Bürgermeister László Pluhár  im August 2009

Die verschiedenen Lieder für den Mulatschag haben große Traditionen, und die Band spielte sowohl deutsche als auch ungarische Lieder. Natürlich „bestellten“ die Gäste auch manchmal gewisse Stücke.
Die musikalische Schatzkammer von Onkel Franz war eine kleine, alte lederne Schultasche, in der er seine Noten hielt. Vor seinem Tode ließ er die Tasche einem deutschen Musikerfreund geben, der seitdem leider ebenfalls verstarb, und so haben wir leider nicht viel mehr übrig von seiner ursprünglichen Notensammlung…

Man spielte ganz sicher auch das Lied „Hogyha nékem sok pénzem lesz…“ dabei,  das ein allgemein bekanntes und beliebtes ungarisches Stück ist.
Ganz sicher wurde dieses Lied aber nicht in deutscher Sprache gespielt… auf jeden Fall sicher nicht in der hier folgenden Fassung, die ich neulich fertigbrachte. Das Niveau des Gedichtes schwankt zwar manchmal, aber nach mehreren Versuchen kann es doch gesungen werden (der nicht allzu tiefe Gedankengang des Originals wurde dabei weitgehend beibehalten).
Als Andenken an Franz Zimmermann, den großen Meister des Knopfakkordeons folgen hier also das Original mit der Übersetzung:

Hogyha nékem sok pénzem lesz (Quelle: http://www.zeneszoveg.hu)

Hogyha nékem sok pénzem lesz felülök a repülőre.
Úgy elszállok, mint a fecske, magasan a levegőben.
Amerre én járok bámul a világ,
irigylik a sok pénzt amit költök rád,
Én a sok pénzt nem sajnálom,
csak te légy a kicsi párom!

Hogyha nékem sok pénzem lesz felutazom Budapestre.
Ott veszek majd sok szép mindent az én drága kedvesemre
Veszek az ujjára arany karikát,
a pici lábára selyem harisnyát.
Lesz belőle olyan dáma,
Hogy a világ megcsodálja!

Hogyha nékem sok pénzem lesz, kimegyek az ügetőre.
Felteszem az összes lóvét, felteszem a feketére.
A futam után így szól hozzám a nejem:
feküdj le egy lóval, de ne énvelem!
Szép sport a lósport, de nem nékem,
odalett a fizetésem!

Wenn ich einmal viel Geld habe (Copyright und Quelle: Tamás Klemm)

Wenn ich einmal viel Geld habe, setze ich mich in den Flieger.
Ich fliege dann in den Himmel, und ein wenig noch darüber.
Überall wo ich bin, guckt die ganze Welt,
Was ich für dich kaufe mit dem großen Geld,
Das alles da kannst du haben,
Sollst aber das Jawort sagen.

Wenn ich einmal viel Geld habe, werde ich nach Budapest fahr’n.
Dort werde ich gut einkaufen, alles für die schöne Frau mein‘.
Ich kaufe ihr alles, einen goldnen Ring.
Wunderschöne Kleider, für das schöne Ding,
Dadurch wird sie eine Dame,
Dass die ganze Welt erfahre.

Wenn ich einmal viel Geld habe, gehe ich zur Pferderennbahn.
Setz‘ das ganze Geld auf ein Pferd, Sieger soll das Schwarze da sein.
Nach der Runde sagt dann meine Frau zu mir,
“Schlafen gehst du zum Pferd, aber nicht zu mir!“
Dieses Rennen ist schöner Sport,
Aber mein Gehalt ist jetzt fort!

Es gibt natürlich zahlreiche andere Versionen, mit abweichendem Text, zum Beispiel hier (youtube):

So viel für heute, gesegnet sei der liebe Onkel Franz da oben im Himmel! …

Tamás Klemm 

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László Gál verstorben

Eine ikonische Gestalt von Elek schaut bereits vom Himmel auf uns herunter…

Gál László (1963-2017)

László Gál (1963-2017)

László Gál, wohl bekanntester Volkstanzkünstler und -lehrer unserer Stadt ist infolge einer langwierigen Erkrankung am 17. Dezember 2017 verstorben.

Er war eine allgemein bekannte Gestalt der Volkstanzbewegung, und spielte eine große Rolle dabei, die Eleker rumänischen Volkstänze landesweit bekannt und beliebt zu machen.

Er beschäftigte sich nicht nur mit dem Tanzunterricht der Tänzer in seinen zahlreichen Tanzgruppen, sondern organisierte auch sogenannte Tanzhäuser für die nicht-tanzende Gesellschaft, wo Laien auch Möglichkeit hatten, die Eleker Tänze zu erlernen.

László Gál war mit den Titeln Junger Meister der Volkskunst und Ewiger Tänzer des Goldenen Spornes ausgezeichnet. Er lebte 54 Jahre…

Wir nehmen am 23. Dezember 2017 im katholischen Friedhof von Elek Abschied von ihm.

 

Ruhe in Frieden, Laci!

Tamás Klemm

 

(Quelle der Fotoaufnahme ist die Webseite der Békés Megyei Néptáncosok Szövetsége  – http://bmnsz.hu)

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Ausflug nach Temeschwar

Eine größere Gruppe sammelte sich am frühen Morgen des 30. September um einen großen Reisebus im zentrum von Elek. Die Mitglieder des Vereins der Deutschen in Elek machten einen kurzen Ausflug nach Temeschwar zu den dortigen Deutschen.

Das Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus war unter Str. Gheorghe-Lazer 10-12 zuerst einmal unser Reiseziel

Das Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus war unter Str. Gheorghe-Lazer 10-12 zuerst einmal unser Reiseziel

Nach ihrer Ankunft wurden sie herzlich vom Demokratischen Forum der Deutschen empfangen.

Das Haus der Deutschen in Temeschwar wurde mit Unterstützung aus Deutschland gebaut.

Das Haus der Deutschen in Temeschwar wurde mit Unterstützung aus Deutschland gebaut.

Hauptorganisatorin des Besuches war Frau Luise Finta, die den Ganzen Tag unserer Gruppe zur Verfügung stand und uns eine kleine,  aber sehr interessante Stadtführung in der schönen Innenstadt gab.

Natürlich haben wir uns zuerst das Museum des Adam-Müller-Guttenbrunn-Hauses angeschaut, in dem zahlreiche interessante Gegenstände und Volkstrachten der Banater Schwaben ausgestellt sind.

Im Museum kann man vieles über die Banater Schwaben erfahren.

Im Museum kann man vieles über die Banater Schwaben erfahren.

Danach folgte unser Spaziergang in der mehr als dreihunderttausend Einwohner zählende Großstadt. Die schön hergerichtete Baudenkmäler aus der Gründerzeit haben uns sehr gefallen.

Neben der orthodoxen Kathedrale waren wir natürlich auch im katholischen Dom von Temesvár – einst war das Bistum der Stadt auch für Elek zuständig.

Unsere Reisegruppe vor dem Dom von Temeschwar

Unsere Reisegruppe vor dem Dom von Temeschwar

Der Domplatz wird Jahr für Jahr verschönert.

Der Domplatz wird Jahr für Jahr verschönert.

Nach dem Spaziergang gingen wir in ein angenehmes Restaurant in der Innenstadt, wo die Tische bereits schön hergerichtet auf die müden Reisenden warteten. Nach dem köstlichen Mittagsmahl ging es dann zurück in das AMG-Haus, wo wir am Festprogramm der Deutschen Volkshochschule teilnehmen konnten – sowohl als Zuschauer, als auch auf der Bühne.

Die Eleker Kindertanzgruppe unter Leitung von Frau Gabriella Nagy hatte großen Erfolg.

Die Eleker Kindertanzgruppe unter Leitung von Frau Gabriella Nagy hatte großen Erfolg.

Das Festprogramm unserer Gastgeber war ziemlich bunt und schön.

Das Festprogramm unserer Gastgeber war ziemlich bunt und schön.

Nach dem gut gelungenen Programm haben wir uns mit dem Einverständnis verabschiedet, dass unsere Freundschaft zu den Temeschwarern lange bestehen mag – vielleicht kommen sie das nächste Mal uns besuchen.

Das Gemälde "Ankunft der Ungarndeutschen" in der Empfangshalle des AMG-Hauses

Das Gemälde „Ankunft der Ungarndeutschen“ in der Empfangshalle des AMG-Hauses

Wir bedanken uns herzlich bei allen HelferInnen, die uns diesen schönen Besuch ermöglicht haben.

Tamás Klemm
1. Vorsitzender
Verein der Deutschen in Elek

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„Alles hat seine Zeit“ Josef Post †

Die Gemeinschaft der Eleker und Almáskamaráser in Deutschland trauert um ihr langjähriges Vorstandsmitglied Josef Post.

Josef Post starb am 22. September 2017 im Alter von 88 Jahren.

Geboren wurde Josef Post am 23. Juli 1929 in Elek/Ungarn als Sohn der Eheleute Martin Post und Franziska geb. Wittmann.

Kindheit und Jugend verbrachte er in Elek, die abrupt 1946 mit der Vertreibung der Familie nach Deutschland endete.

Josef Post 1929-2017

Josef Post 1929-2017

Josef Post heiratete 1956 Luise geb. Noe und gründete zusammen mit ihr in Laudenbach eine Familie. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor.

Sehr früh hat sich Josef Post ehrenamtlich für die Interessen der nach Deutschland vertriebenen Eleker engagiert und dabei erkannt, wie wichtig es ist, neue Kontakte – gerade zu den gewählten Vertretern hiesiger Städte und Gemeinden – zu knüpfen.

So gehörte Josef Post zu den engagierten Elekern in Laudenbach, die sich nachhaltig und erfolgreich für die Namengebung einer „Eleker-Straße“ in seiner Gemeinde einsetzten.

Ebenso sind es die Verdienste von Josef Post, dass es 1996 erstmals zu einer offiziellen Begegnung zwischen Eleks und Laudenbachs Bürgermeister kam. Aufgrund seiner intensiven Bemühungen haben sich in den vergangenen 20 Jahren daraus sehr freundschaftliche Kontakte zwischen Elek und Laudenbach entwickelt.

Josef Post war über viele Jahre hinweg aktives Mitglied des Eleker Heimatkomitees und bis 2009 auch aktives Vorstandsmitglied des Kulturkreises Elek in Laudenbach und hat damit die Geschicke der Heimatortsgemeinschaft Elek in Deutschland maßgeblich geprägt und mitgestaltet.

In Anerkennung für diese herausragenden Leistungen und besonderen Verdienste um die Eleker Heimatortsgemeinschaft wurde Josef Post 2009 die Ehrenurkunde des Eleker Heimatkomitees verliehen.

Auch die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn ehrte Josef Post im gleichen Jahre für seine großen Verdienste um die landsmannschaftliche Arbeit mit dem Ehrenabzeichen in Silber.

Josef Post war Träger des Goldenen Siegelrings der Baron Harruckern Fachmittelschule in Elek, die ihm aufgrund seines außerordentlichen Engagements um das Wohle der Bildungseinrichtung in Elek verliehen wurde.

Für sein großes ehrenamtliches Engagement wurde Josef Post bereits zuvor mit der „Für Elek“ Verdienstmedaille ausgezeichnet, die ihn gewissermaßen zum Ehrenbürgerschaft seiner Geburtsgemeinde Elek machte.

Die Gemeinschaft der Eleker und Almáskamaráser in Deutschland trauert um Josef Post.

Möge der allmächtige Schöpfer ihn in die ewige Heimat aufnehmen und ihm die ewige Ruhe geben.

Joschi Ament
Gemeinschaft der Eleker und Almáskamaráser in Deutschland

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Josef Schneider verstorben

Vor kurzer Zeit erhielten wir die Nachricht, dass der ehemals Eleker Josef Schneider in seinem 93. Lebensjahr verstorben ist.

Obwohl er seine Heimat verlassen musste, hat er sich zeit seines ganzen Lebens als Eleker gefühlt. Er hat sehr viel für sein ehemaliges Heimatdorf getan.

Danke, Onkel Josef, ruhen Sie sanft in Frieden!

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Die Eleker Familie Hauck

Vor kurzer Zeit ist die Nachricht von Frau Császárné Sólyom Judit gekommen, dass der ehemals Eleker Dr. Matthias Hauck, Biochemiker und Dozent der Universität Debrecen am 7. Februar 2017. verstorben ist. Er verbrachte seine Kindheit in Elek, und besuchte die Grundschule hier. Nach seinem Abitur in Békéscsaba gelangte er nach Debrecen.

Seine Eltern, Matthias Hauck und Isabella Walthier waren 40 Jahre lang hoch verehrte Lehrkräfte in Elek.

Das Grabmal von Matthias Hauck  und Isabella Walthier im Eleker Friedhof

Nur noch wenige Leute wissen über den älteren Matthias Hauck, dass er an der „Malenkaja Rabota“ in der Sowjetunion freiwillig mit den verschleppten Elekern teilnahm. Als Vorstand des Eleker „Treue zur Heimat“ empfand er es als seine Pflicht, das Schiksal der Zwangsarbeiter zu teilen. Im Arbeitslager regte er die Leute an, sich nicht zu vernachlässigen, und die Hoffnung nicht aufzugeben.

Das gemeinsame Singen, die Musik hatte eine wichtige Rolle in dem Arbeitslager.

Matthias Hauck war in seinen jungen Jahren Mitglied der Eleker Studenten-Jazz-Band, darüber werden wir in einem folgenden Beitrag schreiben.

Hauck Mátyás éa az eleki Diák Jazz-band az 1930-as években

Matthias Hauck und die Eleker Studenten-Jazz-Band in den 1930-ern

 

Klára Mester

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Forschung nach der alten Kalvarie

Die Geschichte der Kalvarie wird im Band II von Tanulmányok Elek történetéhez von Károly Vígh in seinem Beitrag „Az eleki katolikus hitélet és oktatás története 1724-1948 között“ (Geschichte des katholischen religiösen Lebens und Unterrichts in Elek zwischen 1724 und 1948) gründlich behandelt. „Auf Grund des canonica visitatio des Jahres 1835. gab es in Elek damals schon eine Kalvarie, die am Rande der Ortschaft von den Katholiken errichtet wurde. … Die erste Station des Kreuzweges war im Jahre 1844-noch auf dem Weideplatz, welcher am Anfang der 1870er Jahre als Hausplätze aufgeteilt wurde. Sie stand auf der Stelle des im Jahre 1924- Josef Strifler gehörenden Hauses Nr. 503. (in der heutigen Schlangengasse). Von der ersten Station zogen sich die weiteren Richtung Süden, über die Kleinhäuslerfelder bis zur Sandgrube hin.

Aber wo genau lag diese alte Kalvarie? Es ist wichtig zu wissen, dass früher in jeder Ortschaft die Häuser durchnummeriert wurden (später wurden aus diesen Nummern die Ortsregister-Nummern gebildet) Die Straßen wurden nicht benannt, nur die Häuser nummeriert, beginnend mit der Nummer Eins. Später begann man, die Straßen voneinander zu unterscheiden (z.B.: Breite Gasse, Lange Gasse) und schließlich kam es zum heutigen Zustand, zur Nummerierung je Straße. Die genaue Stelle der alten Kalvarie wird auch noch dadurch erschwert, dass seitdem auch die Ortsregisternummern verändert wurden. Es ist überraschend, dass die einzige Stütze dabei die Benennung „Schlangengasse“ ist, genau der Name, den man auch einmal mit Leninre „abwechselte“. Beim Durchsuchen der Ortspläne ist es zum Glück gelungen, eine in den 1800er Jahren gezeichnete Katasterkarte aufzufinden, die noch die alte Nummerierung neben der neuen enthält. Wenn man diesen Ortsplan mit einem heutigen vergleicht, kann man feststellen, wo genau das Grundstück Nr. 503 damals in der Schlangengasse war.

A Kálvária a Kígyó utca 503 hrsz-től indult.

Die Kalvarie begann ab Nr. 503 in der Schlangengasse.

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